Der Abel Tasman National Park

... ist eine Gegend mit so 50km gewaltigster Kueste, an der sich unter anderem Robben, Zwerg- Pinguine und haufenweis exotisches Gefieder tummelt. Der Trip sollte aber haerter werden, als gedacht ...
Es ist doch ein bisschen spaeter geworden, bis ich mich von den Bayern Sepp und Tom (Habe ihren Reisebericht unter meine Links gegeben :-) ) verabschiedet habe, und nach Westen aufgebrochen bin. Gefahren bin ich dann auch noch bis in die Dunkelheit, und hab mich dann mit meinem Mobil bei so einem Obst-Acker hingestellt. Ein bisschen kochen unter Sternenhimmel, ganz romantisch, mein Toyota und ich.
Am naechsten Tag dann demonstrativ spaet aufgestanden, nur kaan Stress, seima jo im Urlaub. Ich war schon relativ nah am Nationalpark, und begebe mich im letzten Nest davor ins Info-Zentrum, um das Tour-Angebot zu checken. Nur warn die alle schon unterwegs. Weil es war schon mittag, und die pennen nicht so lange wie der Friedl. Also, einen Tag wandern hab ich sowieso vorgehabt, buch ich einfach eine Kayak-Tour, die dich irgendwo in einer Bucht wie Robinson Crusoe aufklaubt. Weil da kannst du dich total ausspinnen, mit der Touren-Planung, mit dem Schnellboot da hin fahren, dort hin wandern, zurueck paddeln, heim schwimmen ... Nur jetzt wieder wirklich Pech: fuer morgen war schlechtes Wetter angesagt, und deshalb keine Kayak-Tour weit im Inneren des Parks. Uebermorgn wieder. Also doch 2 Tage wandern ...
Ich packe also das ganze Camping-Geplaendere auf meinen Rucksack, Schlafsack, Unterlagsmattn, Kocher, Geschirr, Esszeug, ZELT, Gewand, Getraenke (2 Bier in Glasflaschen fuer die 2 Abende mussten auch mit). Das ganze hatte jetzt schon ein bisschen ein Gewicht ... ich haette auch in den Huetten die so hie- und da im Park stehn uebernachten koennen, dann haette ich wenigstens das Zelt gespart, aber nichts da! Heee, i woll, John J Rambo! Um 4 (!) oder so bin ich dann losgekommen, und so 3 Stunden gewandert. In einer Bucht bin ich dann in den Sand gefallen, mit brennenden Schultern und aufgeriebenen Stellen an den Fuessen. Aber die Stelle zum campen war gewaltig, also flott Zelt aufgestellt, und Abendessen wartet! Ein bisschen bloeder war nur, dass der eine Deutsche (der mit seiner Frau und 2 kleinen Kindern (!) da war) mit seinem komischen Kocher den Tisch angezuedet hat, und ich beim Loeschen mein ganzes Trinkwasser verbraucht habe ...
Also am naechsten Tag weiter. Ueberall laufen malerische klare Baeche gluckernd ins Meer, nur sollst du das Wasser da nicht trinken, weil irgendein Parasit drin, der deine Verdauung nach ein paar Wochen Eingewoehnungszeit in deinem Darm lahmlegt. Ich also ohne Trinkwasser 3 Stunden weiter bis nach Bark Bay, das ist so ungefaehr mitten im Park. Und dauernd an diesen gluckernden Pools und Creeks vorbei, am liebsten waer ich hineingesprungen. Ich zerre also dieses scheiss Gepaeck bis nach Bark Bay, und da gibts Trinkwasser. Nur hab ich in der Eile den falschen Hahn erwischt, und nachdem ich 5 Liter getrunken und den ersten Durscht geloescht hatte, hab ich das Trinkwasserschild ganz wo anders entdeckt ... ich freu mich also schon.
Sooo ... vorlauter flott laufen wars jetzt aber erst zu mittag. Und ich die Kayak-Tour genau von diesem Strand aus gebucht. Zelt kannst du auch nicht laenger als 1 Stunde aufbauen, und natuerlich ist der Wetterfrosch auch richtig gelegen, weil jetzt faengts an zu regnen. Nicht, dass ich sonst baden haette gehn koennen, weil das Wasser hat dort im Moment 14 Grad. Ich sitze also im Zelt, und habe absolut nichts zu tun ... ausser ein bisschen philosophiern vielleicht. Weil Buch oder Reisefuehrer oder so, hab ich nicht mitgenommen, weil dann haett ich die 20Kilo-Marke wohl ueberschritten. Aber es wird dann noch noch recht fein, als der Regen nachlaesst, mache ich noch einen Spaziergang durch die Buchten, die ganzen Pflanzen und die Voegel sind schon wunderschoen. Handy-Netz Abdeckung, brauchst du gar nicht denken. Quasi, nicht vorhanden. Nicht, dass ich noch Energie im Akku gehabt haette ... ich geh schon um 8 schlafen, weil saukalt.
Jetzt ist es natuerlich in der Nacht auch nicht waermer geworden, und ich kralle schon bei Sonnenaufgang aus dem Zelt, um mich ein bisschen in den Sonnenstrahlen zu bewegen. Und da kommen sie dann auch schon daher, die Kanuten! :-) Unsere Gruppe war recht klein, der Guide war ein Local (also einer gleich hier aus der Gegend), und Drummer der Rockband "Anaham", und ausser mir noch eine Australierin und 2 Mexikaner. Du bist da immer zu zweit in einem technisch echt spitzenmaessigen, recht massiven Kayak, dass mit einem Pedalgesteuertem Heckruder ausgestattest ist. Ich hau mich mit einem Mexikaner in ein Boot, der Vordere gibt den Paddelschlag an, und der hintere folgt dem Takt und steuert.
Diese Kayak-Partie war echt gewaltigst! Wir sind zu Inseln im Schutzgebiet gepaddelt, und nur Meter von uns entfernt hat eine maennliche Robbe seinen Harem verteidigt, und die teilweise recht grossen Viecher sind unter unseren Kayaks durchgetaucht, und haben sich da im Wasser aufgefuehrt, echt spitze! Voll intressante Tiere, so in freier Natur. Und auf dem Rueckweg zum Festland, ist dann gleich ein kleiner Pinguin vorbeigepaddelt. Voll lustig!
Wir haben dann in nur vom Meer zugaenglichen Buchten gejausnet, spitzenmaessig so mit Kaffee und Kuchen, tiptop! Die schweren Stunden zu Fuss sind vergessen, und ich habe mich mit dem Park wieder versoehnt ...
Mit dem Schnellboot sind wir dann wieder zum Ausgangspunkt meiner Tour geblasen, mein Gepaeck wurde sowieso die ganze Zeit mit dem Boot transportiert. So stell ich mir das vor. Mein geliebtes Auto war auch noch unversehrt, nicht aufgebrochen, paast! Ich hau mich in den Laughing Kiwi Packpacker, und schlafe in einem warmen Bett so gut wie schon lange nicht mehr.

1 Comments:
Nix zu donkn :-)
IMMA scheen locker bleibn, Schwestale, de kimp schon, natuerlich von do, wo du a unbedingt hin wolltesch! :-)
Olles Liabe an Dahaam,
Stefan
2:38 AM
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