Des is vom Stefan die Tour durch das Kangaroo-Land und Umgebung, also Neuseeland, Australien und Indonesien. Viel Genaueres steht noch nicht fest ... :-)

Saturday, October 28, 2006

Welcome, home


... genau so is es, schon richtig gelesen ... des Reisens von Ort zu Ort bin ich wie erzaehlt schon etwas muede geworden. Mehr als fuenftausend Kilometer um diese schoenen Inseln gefahren, 1000 Leute kennengelernt und wieder verabschiedet, die selben Reisegeschichten immer und immer wieder eigentlich fremden Leuten erzaehlt, denen du Stunden spaeter schon wieder Gute Reisen wuenschst. Ich muesste jetzt entweder: an einem schoenen Fleck einmal eine Woche oder so bleiben, oder: den Flieger nach Wien nehmen.

Die Entscheidung hab ich eigentlich schon laenger gefaellt, ist also fuer mich nicht mehr so neu, aber euch :-) Meine Freunde, meine Familie, und mein Katzei, fehlen mir doch ein bisschen viel ...

Das Selbst-finden hab ich auch einstweilen erfolgreich abgeschlossen, ich werde ins Kangaroo-Land also spaeter einmal hinflattern. Die paar Stunden Flug sind sowieso nicht der Rede wert ... :-) (Wenn du nicht vorher fortgehst, und gleich komplett blau mit 2 Stunden Schlaf beginnst, sowieso keine Herausforderung).

Also, EINSTWEILEN:
absolutely no kangaroos on kangaroo-tour

Welcome home
- Stefan Brugger

Friday, October 27, 2006

Ostkueste - Von Dunedin nach Christchurch


... ist die letzte Etappe meiner Tour, und ich bin auch direkt schon ein bisschen muede ... :-) Aber die Otago Peninsula, eine Naturparadies von einer Halbinsel, gleich ausserhalb von Dunedin, muss ich mir trotzdem noch geben. Und ich sollte es bei weitem nicht bereuen!

Die Besitzerin der Herberge hat mir naemlich ganz genau den Weg beschrieben, wie ich zu der Bucht komme, die kein Touristen-Park mit Eintritt ist, sondern Natur pur. Hab ich auch recht flott hingefunden, ueber Schotter zum Meer hinunter, und auf einem Parkplatz die Karre hingestellt. Ein Schild: "Sandfly Bay - [..] Dogs inside this Area will be destroyed" ist schoneinmal sehr lobenswert! :-)

Es geht ueber Schafsweiden hinunter zu den Sandduenen, und das hat echt gewaltig ausgeschaut. Der Strand im Hintergrund, mit einer gscheiden Brandung, und du hasst noch die unverspurten Sandduenen vor dir, zum Hinunterspringen, -Rutschen und -Laufen. Ich bin die ganze Zeit voellig allein, und wohl der Erste am Morgen (sowas *grossschaug*).

Und jetzt kommt das Geilste ... ich spazier so am Strand dahin ... es liegt so ein Haufen mitunter auch grosses Treibholz herum ... und auf einmal bewegt sich so ein Teil! Und schaut mich an! :-) Wars ein Seeloewe ... was fuer riesige Viecher! Und der sollte nicht der einzige bleiben, am ganzen Strand sind sie faul herumgelegen, so immer wieder ein paar, so 15 ungefaehr.

Brauchst du nicht glauben, dass di vor dir Angst haben. Aber weil ich natuerlich einem ganz kapitalem Teil zu nahe hab kommen muessen (wollte fuer ein Selbstausloeserfoto den Arm herumlegen ;-) ), hat er mich so angeschaut ... sein Gebiss gezeigt, und einmal tief gebruellt, da ist der Stefan schon wieder rueckwaerts weckgegangen.

Und kurz darauf hat mich dann eine Moewe attackiert - immer wild kreischend auf mich zugeflogen, und erst kurz vorher abgedreht. Weil das so lustig war, hat dann so ein schwarzer Vogel selber Groesse, mit roten Augen und rotem langem schmalem Schnabel, auch gleich mitgemacht. Ich hab das dann doch irgendwie als Zeichen gedeutet, umgedreht, und mich auf den Rueckweg gemacht.

Die ganzen Duenen wieder zu erklimmen, war weniger lustig und ein bisschen mehr anstrengend, als das Hinunterspringen ... musst du schon auf alle viere gehn, damit du ueberhaupt weiterkommst.

Beschwingten Herzens spule ich den Toyota ueber die Schotterstrasse hinauf, und bin wenig spaeter auf der Strasse nach Christchurch. Dort angekommen, gleich die Herberge gecheckt, und alle Sachen aus dem Auto geraeumt. Wahnsinn, bin ich nicht mehr fertig geworden. Das ganze Zimmer war voll mit meinem Krempl! Bin schon gespannt, wie ich das alles in einen Rucksack bekommen soll ...

Tja, und jetzt? In der groesten Stadt der Suedinsel?
Weil sichs grad so gut ausgegangen ist, treff ich mich mit Chris - einem Zeller, und wir beschliessen, ganz dezent saufen zu gehn.

Deswegen ist es heute das zweite Mal auf meiner Reise, dass ich morgens eine Aspro zum Fruehstueck hinzugefuegt habe. Oder zwei :-) Aber lustig war, zuerst in einem Gastgarten und dann in einem Irish-Pub, ueberall spitzen Live-Musik, haben wir gleich im Irischen Stil ordentlich abgetanzt und gefeiert. Und zwei Englaender beim Wutzeln vernichtet. Der Verteidiger der Briten, zu seinem Partner, nachdem ich den vierten Ball *KLEESCH* versenkt habe: "We can't win." Mords Gaudi gewesen! :-)

Thursday, October 26, 2006

Ein weiter Weg


... zurueck in die Zivilisation. Die ist naemlich in Dunedin, die (nach Christchurch) zweitgroesste Stadt auf der Suedinsel, mit so knapp 100k Einwohnern, von denen 20k Studenten sind. Bis dahin sind es so 500 Kilometer teilweise Strecke durch die Berge.

Und die werd ich sicher nicht an einem Tag bewaeltigen, weil kaan Stress. Ausserdem ist es ja schon nachmittags, ich fahre also zurueck nach Te Anau, und gib mir nocheinmal diese gewaltige Strecke durch pure Natur. Und da ich gerade so lustig drauf bin, beschliesse ich auch gleich, seit langem wiedereinmal im Auto zu campen. Ich stelle mich auf den Schotterparkplatz neben die Buesche, auf der anderen Seite des Sees, wo der Kepler-Track beginnt. Packe mein Koch-Zeug zusammen, und spaziere zum See hinunter. Und weil das doch recht weit war, und ich dass Essgeschirr vergessen habe, reicht als Kochloeffel auch ein passend geformtes Stueck Treibholz.

Aber die Nacht hab ich dann doch etwas bereut. Weil es ist naemlich wieder schweinekalt gewesen. Und da wachst du dann die ganze Zeit auf, in der Nacht, vor lauter frieren dir die Zechen ein. Nix lustig gewesen! Dafuer bin ich aber schon mit den Voegeln aufgestanden (war richtig froh, wie's angefangen hat zu daemmern, endlich einmal auch viel Zeit am Vormittag! :-)

Und jetzt kommt das besondere, hier in Te Anau. Ich meine, der See und die Berge, sind ja auch schoen, ohne Frage, aber hier gibt es auch bekanntere Namen. Ganz in der Naehe gibt es einen Wald - der ist alt, seehr alt - Fangorn. Da fahr ich gleich einmal mit dem Toyota hin.

Und aus dem Lake Te Anau entspringt auch noch der Anduin :-). Und der fliest in einen mit dem Strassenfahrzeug nicht erreichbaren weiteren See, der nocheinmal schoener ist als der erste. Und riesig! Und 500m tief. Nicht schmal! So wie der Anduin.

Weils aber zum Elbenbootpaddeln mir zu anstrengend war, hab ich ein Jetboat gechartert. Das verwendet als Antrieb keine aeussere Schraube, sondern das Wasser wird unterhalb angesaugt, beschleunigt, und hinten als Strahl abgestossen. Damit kann dieses Teil in extreem seichten Gewaessern manoevrieren. Wir pressen also mit so 75km/h den Anduin hinauf, drehen Schrauben, und schauen uns die Stellen an, wo Filmszenen aufgenommen worden sind.

Danach komm ich gemuetlich in die Herberge zurueck, und natuerlich kaan Stress, wird erst morgen nach Dunedin aufgebrochen. Ist auch gar nicht so weit gewesen, 3 Stunden lustig autofahren halt. Und Dunedin selbst, hat dem Stefan ganz gut gefallen. Endlich einmal eine Stadt, die nicht nur aus Holzbuden besteht, die im quadratischen Strassennetz aufgestellt worden sind ... sondern richtig gewachsen ist. Hat sogar fast eine Altstadt!

Und eine halbe Kathedrale. Hat mir gleich der Pater erzaehlt (ich glaub, der hat gleich meinen frommen Ministrantenblick erkannt), dass eben die Kathedrale im Aufschwung des Goldrauschs gebaut worden ist. Nur ist der Goldrausch um einiges vor der Kirche fertig gewesen ... und die Bauarbeiter, Glaube hin oder her, arbeiten auch nicht gratis, und deshalb haben sie nach dem Eingangs-schiff gleich die Aussenmauer gesetzt. Schaut lustig aus! :-)

Ich haeng also ein bisschen in der Stadt ab, schlendere die Einkaufsstrasse entlang, und besuch dann noch die Universitaet. Ein bisschen zwischen den Kiwi-Studenten herumsitzen, Kaffee trinken, beim Lernen zuschaun, war sogar gerade Pruefung im Hoersaal, hab ich sie schwitzen sehn :-) Maaa, des wird ma obgehn.

Wednesday, October 25, 2006

Milford Sound


... ist ein wunderschoener Fjord im Norden des Neuseelaendischen Fjordlandes. Kann ich dir nicht sagen, ob das was mit dem Tee zu tun hat ... war auf jeden Fall Salzwasser :-/.

Gleichzeitig ist das auch DER Touristen-Fjord, im Sommer werden dort jeden Tag 10000 Touristen hingekarrt, die sich dann mit den grossen Kaehnen durch den Fjord schippern lassen, tw. sogar von Queenstown aus. 5 Stunden mit dem Bus hin, 2 Stunden Bootl fahren, 5 Stunden mit dem Bus zurueck ... :-)

Da mach ich's mir etwas gemuetlicher ... ich geh in Queenstown zu mittag noch einen Kaffee trinken, und mach mich dann komod auf in Richtung Fjordland. Ein ordentliches Gewitter, am 60km langen See, macht die Fahrt recht stimmungsvoll ... faengt dann sogar noch an, ein bisschen hereinzuschneiben, also bin ich doch der erste von uns, der diesen Winter Schneefall sieht :-)

In Te Anau wird ein paar Stunden Pause eingelegt, weil ja auf der Kaan Stress - Tour. So breche ich dann erst spaeten nachmittags auf die anscheinend schoenste Strecke Neuseelands auf, die 130km nach Milford Sound. Wetter war eher noch regnerisch verhangen, und ich cruise zuerst am Lake Te Anau entlang nach Norden, bis ich dann in wohl eines der schoensten Taeler fahre, die ich je gesehen habe ... die Strasse komplett schnurgerade, am Rande dieser von hellstbraunem, nahezu gelben Gras bedeckten Ebene, so weit dass Auge reicht. Eingeschlossen in gewaltige Berge, die unseren sehr aehndeln. Wo ich dass gesehen habe, hab ich das Auto hingestellt, und bin erst einmal ein paar Minuten in diese Ebene hineingelaufen. Dieses Gras ist noch nie von Menschenhand gemaeht worden, einfach alles ganz genau so, wie der Mensch noch in den Baeumen gehangen ist.

Hier begegnet dir absolut niemand (vor allem um die Tageszeit, weil die Touristenbusse schon wieder heimgefahren sind). Ich fahre durch die Daemmerung, die Berge werden langsam hoeher, und die Strasse gewundener. Schwarze, massive Felsen ragen neben der Strecke in die Hoehe. Ich glaube, ich fahr den Felbertauern hinauf, und da kommt auch schon der Tunnel ... :-) Nur hatte dieser keine Beleuchtung, rohe Felsmauern, und einen Haufen Schlagloecher. Da schaltest du schnell dein Licht ein, wenn du das noch nicht hattest ... Einfach ein Loch im Berg sozusagen.

Ich uebernachte dann in der einzigen Herberge direkt am Fjord, ist mir eher vorgekommen wie die Essener-Rostocker-Huette am Venediger (gleich schweineteuer und spartanisch). Um 11 wurde der Benzin-Stromgenerator abgeschalten :-)

Und die Aussen-Mauern, auch nur eine kleine Bretterschicht, da klapperst du um 6 Uhr morgens aus den Federn ... nicht gerade in der Stimmung, eine Kayakpartie anzureissen und dabei wohl auch noch nass zu werden, buche ich doch eine Bootsfahrt. Weil du musst wissen, da schauts echt gewaltig aus. Der blaue Himmel lacht herunter ... und wenn man bedenkt, dass es in Milford Sound 200 von 365 Tage regnet, und zwar 7m im Jahr (das ist so ungefaehr die 10-fache Menge von London, wo auch nicht gerade immer schoenes Wetter ist ...), habe ich doch ein bisschen Glueck. Ich hau mich also auf den Kahn, total wenig Leute nur, und ausser mir alle ueber 50. Die anderen jungen Leute springen anscheinend lieber fuer einen Haufen Kies in Queenstown aus Flugzeugen, und von Bruecken mit Gummibaendern an den Fuessen und so. Aber ich hab die Fahrt total genossen, und wegen der rauen Bedingungen (Wind und Kaelte) bin ich der Einzige am Vorderdeck, gewaltige Aussichten, und der Seegang trotzdem ertraeglich. Bist du ja in einem Fjord gottseidank.

Das Tierreich dort ist auch lustig, diese 30cm kleinen gelbaeugigen Pinguine, watscheln herum und springen drollig ins Wasser, Robben liegen faul auf den Felsen, und auf der Rueckfahrt hab ich meinen Augen nicht getraut. Eine rundliche Rueckenflosse naehert sich dem Boot, und ein sicher 3m grosser Schatten unter der Wasseroberflaeche. Schwitzt du dich schon an (waerst du nicht auf einem Boot), da kommt er aber naeher, und du erkennst ihn: Ein Bottlenose-Delphin, der sich unserer Bugwelle anschliesst, und er sollte nicht der einzige bleiben ... ein bisschen spaeter tummeln sich drei, vier Delphine in unserer Bugwelle, schwimmen bzw surfen dieses im Wasser doch irrsinnige Tempo mit, springen manchmal heraus, drehen sich unter Wasser auf den Ruecken ... das glaubst du nicht!!! Phantastisch. Jetzt weiss ich, warum das bei den Seeleuten als Zeichen fuer Glueck gilt .. weil wenn du auch noch so schlecht drauf bist, und diesen Delphinen beim Spielen zuschaust, gehts dir sicher wieder besser!

Nicht, dass du jetzt glaubst, ich bin vielleicht schlecht drauf gewesen ... alles tipp topp! :-)
Bis bold!

Monday, October 23, 2006

Wanaka


... nach einem gemuetlichen Abend im Hostel, ohne Stress, gehts am naechsten Tag weiter, Richtung Wanaka. Dass ist eine kleine Ortschaft an einem der vielen malerischen Seen im Suedwesten (jetzt weiss ich wenigstens, wieso dass eigentlich Neuseeland heisst. Bis jetzt war davon nicht soo viel los ... ).

Die Fahrt ist komplett verregnet, jeder Wasserfall an der Strecke ist mit Schildern, Parkplatz, und Aussichtsplattformen versehen. Es geht an wunderschoenen Seen entlang, und die verregnete Stimmung schaut echt gewaltig aus. Regenboegen knapp ueber der Wasseroberflaeche, auf die du von ober herabschaust und so. Die Umgebung, und die Vegetation und so weiter, ist recht leicht zu beschreiben: Ich bin durch Gondor gefahren.

Wanaka selbst ist von der Lage her aehnlich wie Queenstown (was nur 120km entfernt ist, die Action-Touristen-Hochburg), nur kleiner, schoener, und weniger touristisch halt. Es schaut echt aus, wie auf einer Kaerntner Alm, so knapp an der Baumgrenze :-)

Da es schon Abend ist, und eben schlecht Wetter, wird nichts mehr grossartiges angerissen. Morgn halt dann die erste Mountainbiketour in Neuseeland! Und die war echt gewaltig!! Bike einfach beim Hostel ausgeliehen, gutes Teil, und billiger halt. Die Strecke geht ueber breite Schotterwege den See entlang, dann zur Flussmuendung dieses komplett klaren, blaugruenen Flusses, und diesen entlang auf schmalem Pfad auf und ab, ueber Bruecken, echt supa! 5 Stund Vollgas XX-treme Mountainbiking! War echt eine gewaltige Strecke.

Endlich mal wieder was sportliches getan, und dabei sogar meine Zechen geschont, die uebrigens im Abel Tasman einen "kleinen" Streit mit den billigen Trekkingschuhen hatten ... dafuer werd ich ihnen in Christchurch den Muellkuebel von innen zeigen.

Mein treuer Gefaehrte hinkt


Hier sehen sie eine Nahaufnahme in meine Motorhaube. Dem geuebten Auge wird da vielleicht eine kleine Ungereimtheit auffallen ...

Genau, hab ich ganz vergessen zu erzaehlen, voll die Gaudi gewesen! Ich press so mit 130 Sachen die Westkueste entlang, und lass den Toyota einmal ein bisschen austoben, gscheide Beschleunigung aus den langgezogenen Kurven heraus und so. Den MP3-Player auf volle Lautstaerke (gerade "Last Resort" von Papa Roach am laufen), merke ich, dass am Amaturenbrett was nicht stimmt.

.. CUT MY LIFE INTO PIECES! THIS IS MY LAST RESORT! ..
Die vielen roten Lichter warn doch vorher nicht?

.. SUFFOCATION, NO BREATHING ..
Und, wieso ist die Temperaturanzeige auf Anschlag?

.. CAUSE I'M LOSING MY SIGHT, LOSING MY MIND ..
Rauchts vielleicht deshalb aus der Motorhaube?

Ich bleib dann doch stehn, und lass den Kuebel erst mal ausrauchen. Einen kleinen Verdacht hab ich schon, weil generell immer ein bisschen Gekreische zu hoeren, beim Wegfahren. Und als sich der Rauch gelichtet hat, bestaetigt der sich auch: Der Keilriemen fuer den Kuehlkreislauf und die Lichtmaschine hat sich in Radiergummischnipsel aufgeloest. Von dem war absolut nichts mehr da :-)

Ein Polizei-Jeep haelt an, ich mach mich fuer eine verbale Verteidigung bereit, aber der Typ ist total laessig gewesen, und nimmt mich die 30km zur naechsten Servicestation mit. Ein altes Ehepaar hat dort eine Werkstaette, und total der coole Hax, erwischt einen Riemen (50% dass er fuer den Motor passt), und nimmt ihn mit. Ich merke in der Zwischenzeit, dass ich den Autoschluessel hab stecken lassen :-), einen Haufen wertvolle Sachen drin, mein ganzes Zeug, Kamera und so weiter.

Wir fahren zum Wrack zurueck, reden ein bisschen Bloedsinn, war recht lustig. Dort angekommen, seh ich schon von weitem den Schluessel an der Fahrertuer wackeln (zugemacht hab ich sie wenigstens ...), aber gottseidank die Kiwis keine Italiener ;-) , alles war noch da. Nur dann wieder eher Pech. Weil natuerlich der Riemen nicht gepasst hat.

Der Typ schleppt mich also die 30km ab bis zur Werkstatt. Intressant, hab ich auch noch nicht gemacht vorher. Mit einem Haufen Huegeln und so.
Und dort hat er dann doch noch einen passenden Riemen gefunden, und eine halbe Stunde spaeter war alles wieder ok. Dass war ein bisschen teurer, als der Reifen ...

Noch den Kuehler nachgefuellt, [Play] am MP3-Teil gedreuckt, und weiter ging die Gaudi! :-)

Die Westkueste


... ist der richtige Ort fuer dich, wenn du mal allein sein willst. Ich meine, echt allein. Zaach, da gibts ausser Gegend echt gar nichts ... klar wenn man bedenkt, dass auf dieser grossen Suedinsel nur 1 Million Menschen leben, und davon die Haelfte in den Ballungszentren im Osten.

ENDLICH wieder autofahren, ist mir schon so abgegangen, dass durch die Gegend kurven auf diesen gewaltigen Strassen. Aus dem schoenen Hostel in Motueka ausgezogen, hab ich gleich mal mein Handyladegeraet dort liegen lassen. Damit ich die Einsamkeit gleich noch ein bisschen besser erleben kann (und ja Claudi, dein Adapter war auch noch dabei ... :-) ). Ich fahre bis in zum Abend, und komme dort in Punakaiki an, eine Ortschaft direkt an der wilden Kueste, da spuelt die Tasmanische See zuabi, dass glaubst du nicht. Eine gewaltige Brandung! Und keine Surver hier, dass ist ja fast ein Vergehen!! Auf jeder kleinen Welle in Europa haengen 20 zugleich rum, und hier ist einfach gar keiner. [ Der Swall kommt uebrigens von den Antarktischen Stuermen, hab ich mir sagen lassen, und dazwischen sind ja 1000 Kilometer Meer und sonst nichts, also genug Zeit fuer die Wellen zum sammeln. Aber genug von der Surfkunde.. Ich kanns ja eh nicht :-) ]

Also hier gibts sogar ein Hostel, dass ist spitze, weil vom campen hab ich erst einmal genug seit dem Abel Tasman. Hier gibts die sogenannten "Pankake Rocks", so Kuestenformationen, die so schichtenweise geformt sind, wie eben Stapel Pfannkuchen. Wenn da diese mords Wellen daherrollen, schiesst dass Gischt durch die ganzen Loecher so 20 Meta in die Luft. Extreem.

Das Hostel war recht gaudig, und ich reise mit Simone, einer Krankenschwester aus Bayern, weiter nach Franz Josef. Dieser Ort, benannt nach dem Oesterreichischen Kaiser, liegt direkt am Franz Josefs Gletscher - ein so eine Eiszunge, die bereits auf 200m Seehoehe beginnt. Die wird sich natuerlich etwas genauer angeschaut, so richtig mit gefuehrter Tour durch die Spalten hinauf. Die haben da richtig mit Pickel Treppen ins Eis gehauen, aber ueber die ganze Strecke! Da kannst du den ganzen Tag Eisstufen steign! Extreem. Nicht, dass sich die Deutschen das naechste Mal wundern, weil am Venediger keine Treppe ist ;-)

Mit den Guides hab ich auch eine mords Gaudi gehabt, so ein bisschen uebers Freeriden und Jodeln geredet und so.

Monday, October 16, 2006

Der Abel Tasman National Park


... ist eine Gegend mit so 50km gewaltigster Kueste, an der sich unter anderem Robben, Zwerg- Pinguine und haufenweis exotisches Gefieder tummelt. Der Trip sollte aber haerter werden, als gedacht ...

Es ist doch ein bisschen spaeter geworden, bis ich mich von den Bayern Sepp und Tom (Habe ihren Reisebericht unter meine Links gegeben :-) ) verabschiedet habe, und nach Westen aufgebrochen bin. Gefahren bin ich dann auch noch bis in die Dunkelheit, und hab mich dann mit meinem Mobil bei so einem Obst-Acker hingestellt. Ein bisschen kochen unter Sternenhimmel, ganz romantisch, mein Toyota und ich.

Am naechsten Tag dann demonstrativ spaet aufgestanden, nur kaan Stress, seima jo im Urlaub. Ich war schon relativ nah am Nationalpark, und begebe mich im letzten Nest davor ins Info-Zentrum, um das Tour-Angebot zu checken. Nur warn die alle schon unterwegs. Weil es war schon mittag, und die pennen nicht so lange wie der Friedl. Also, einen Tag wandern hab ich sowieso vorgehabt, buch ich einfach eine Kayak-Tour, die dich irgendwo in einer Bucht wie Robinson Crusoe aufklaubt. Weil da kannst du dich total ausspinnen, mit der Touren-Planung, mit dem Schnellboot da hin fahren, dort hin wandern, zurueck paddeln, heim schwimmen ... Nur jetzt wieder wirklich Pech: fuer morgen war schlechtes Wetter angesagt, und deshalb keine Kayak-Tour weit im Inneren des Parks. Uebermorgn wieder. Also doch 2 Tage wandern ...

Ich packe also das ganze Camping-Geplaendere auf meinen Rucksack, Schlafsack, Unterlagsmattn, Kocher, Geschirr, Esszeug, ZELT, Gewand, Getraenke (2 Bier in Glasflaschen fuer die 2 Abende mussten auch mit). Das ganze hatte jetzt schon ein bisschen ein Gewicht ... ich haette auch in den Huetten die so hie- und da im Park stehn uebernachten koennen, dann haette ich wenigstens das Zelt gespart, aber nichts da! Heee, i woll, John J Rambo! Um 4 (!) oder so bin ich dann losgekommen, und so 3 Stunden gewandert. In einer Bucht bin ich dann in den Sand gefallen, mit brennenden Schultern und aufgeriebenen Stellen an den Fuessen. Aber die Stelle zum campen war gewaltig, also flott Zelt aufgestellt, und Abendessen wartet! Ein bisschen bloeder war nur, dass der eine Deutsche (der mit seiner Frau und 2 kleinen Kindern (!) da war) mit seinem komischen Kocher den Tisch angezuedet hat, und ich beim Loeschen mein ganzes Trinkwasser verbraucht habe ...

Also am naechsten Tag weiter. Ueberall laufen malerische klare Baeche gluckernd ins Meer, nur sollst du das Wasser da nicht trinken, weil irgendein Parasit drin, der deine Verdauung nach ein paar Wochen Eingewoehnungszeit in deinem Darm lahmlegt. Ich also ohne Trinkwasser 3 Stunden weiter bis nach Bark Bay, das ist so ungefaehr mitten im Park. Und dauernd an diesen gluckernden Pools und Creeks vorbei, am liebsten waer ich hineingesprungen. Ich zerre also dieses scheiss Gepaeck bis nach Bark Bay, und da gibts Trinkwasser. Nur hab ich in der Eile den falschen Hahn erwischt, und nachdem ich 5 Liter getrunken und den ersten Durscht geloescht hatte, hab ich das Trinkwasserschild ganz wo anders entdeckt ... ich freu mich also schon.

Sooo ... vorlauter flott laufen wars jetzt aber erst zu mittag. Und ich die Kayak-Tour genau von diesem Strand aus gebucht. Zelt kannst du auch nicht laenger als 1 Stunde aufbauen, und natuerlich ist der Wetterfrosch auch richtig gelegen, weil jetzt faengts an zu regnen. Nicht, dass ich sonst baden haette gehn koennen, weil das Wasser hat dort im Moment 14 Grad. Ich sitze also im Zelt, und habe absolut nichts zu tun ... ausser ein bisschen philosophiern vielleicht. Weil Buch oder Reisefuehrer oder so, hab ich nicht mitgenommen, weil dann haett ich die 20Kilo-Marke wohl ueberschritten. Aber es wird dann noch noch recht fein, als der Regen nachlaesst, mache ich noch einen Spaziergang durch die Buchten, die ganzen Pflanzen und die Voegel sind schon wunderschoen. Handy-Netz Abdeckung, brauchst du gar nicht denken. Quasi, nicht vorhanden. Nicht, dass ich noch Energie im Akku gehabt haette ... ich geh schon um 8 schlafen, weil saukalt.

Jetzt ist es natuerlich in der Nacht auch nicht waermer geworden, und ich kralle schon bei Sonnenaufgang aus dem Zelt, um mich ein bisschen in den Sonnenstrahlen zu bewegen. Und da kommen sie dann auch schon daher, die Kanuten! :-) Unsere Gruppe war recht klein, der Guide war ein Local (also einer gleich hier aus der Gegend), und Drummer der Rockband "Anaham", und ausser mir noch eine Australierin und 2 Mexikaner. Du bist da immer zu zweit in einem technisch echt spitzenmaessigen, recht massiven Kayak, dass mit einem Pedalgesteuertem Heckruder ausgestattest ist. Ich hau mich mit einem Mexikaner in ein Boot, der Vordere gibt den Paddelschlag an, und der hintere folgt dem Takt und steuert.

Diese Kayak-Partie war echt gewaltigst! Wir sind zu Inseln im Schutzgebiet gepaddelt, und nur Meter von uns entfernt hat eine maennliche Robbe seinen Harem verteidigt, und die teilweise recht grossen Viecher sind unter unseren Kayaks durchgetaucht, und haben sich da im Wasser aufgefuehrt, echt spitze! Voll intressante Tiere, so in freier Natur. Und auf dem Rueckweg zum Festland, ist dann gleich ein kleiner Pinguin vorbeigepaddelt. Voll lustig!
Wir haben dann in nur vom Meer zugaenglichen Buchten gejausnet, spitzenmaessig so mit Kaffee und Kuchen, tiptop! Die schweren Stunden zu Fuss sind vergessen, und ich habe mich mit dem Park wieder versoehnt ...

Mit dem Schnellboot sind wir dann wieder zum Ausgangspunkt meiner Tour geblasen, mein Gepaeck wurde sowieso die ganze Zeit mit dem Boot transportiert. So stell ich mir das vor. Mein geliebtes Auto war auch noch unversehrt, nicht aufgebrochen, paast! Ich hau mich in den Laughing Kiwi Packpacker, und schlafe in einem warmen Bett so gut wie schon lange nicht mehr.

Friday, October 13, 2006

Cook Street

... ist die Meerenge zwischen den beiden Inseln Neuseelands, die vom englischen Seefahrer James Cook im Jahre 1769 fuer die westliche Welt entdeckt worden ist (Maori-Haeuptlinge sind sicher schon haufenweise und um einiges vorher durchgesegelt ...). Diese Passage wird in dieser Episode irgendwie ueberwunden werden muessen ...

Sobald der Startschuss zum beladen der Faehre faellt, fahre ich durch den riesigen Kahn in den ersten Stock (!) und parke dort. Vor der Schauklerei fuerchtete ich mich hier eher weniger, und wir drei hauen uns ins freie, aufs Vorderdeck. Kaum hatten wir den Hafen verlassen, ging die Gaudi los. Der Wind frischte etwas auf, bis er in der Cookstreet absolut gewaltige Geschwindigkeiten erreichte. Soetwas hab ich noch nie erlebt, das waren ohne Uebertreibung Winde jenseits der 100kmh, teilweise so um die 150, da blaest's dich fast vom Deck. Und wir hatten eine neue Extremsportart erfunden: CookStreetWindDiving. Du konntest dich da in Freifall-Haltung wie beim Fallschirmspringen in den Wind legen. Wir hatten eine mords Gaudi, und bald machte das halbe Vorderdeck mit (von denen, die es noch da ausgehalten hatten).

Jetzt der ruhigere Teil, die Faehrueberfahrt der Cook-Street soll naemlich eine der schoensten der Welt sein. Weil sie naemlich bei der Suedinsel eine Stunde lang durch einen Fjord fuehrt, der ist es an Naturschoenheiten nicht fehlen laesst. Es schaut ein bisschen aus wie ich mir Kanada vorstelle (war noch nie dort :-) ), mit Nadelbaeumen bis an die kleinen Felsen, die direkt ins gruen-blaue Meer fallen. Eine Insel nach der anderen, hin- und wieder auch einsame Buchten, wo jemand ein Haus hingestellt hat.

Das hat sich wirklich ausgezahlt diese drei Stunden Action und Schoenheit. Die Nachbesprechung mit den Bayern geht auch vorbei, und hier trennen sich leider schon wieder unsere Wege, da sie sich zum Wal- und Delfinbeobachten nach Kaikoura richtung Sueden aufmachen, und ich nach Westen fahre, zum naechsten Nationalpark ...

Gruesse haam vom Stefan, ders endlich auf die Suedinsel gschofft hot!

Wellington


... ist die Hauptstadt Neuseelands, die ganz im Sueden der Nordinsel liegt. Eigentlich weit kleiner als Auckland, protzt sie doch mit einer beachtlichen Skyline vom Meer aus gesehen, und einem Haufen teurer Autos und Lokalen in der Innenstadt. Mir von vornherein schon unsympatisch gewesen ...

Nachdem ich mich in der Sauna von den Strapazen des Tongariro Nationalparks erholt habe, breche ich am naechsten Tag zusammen mit dem Hollaender auf, der mit mir die Wanderung gemacht hat (Sam). Wir fahren ueber Napier, eine wunderschoene Stadt, rund und huegelig ins Meer hinausgebaut. Dort setze ich Sam ab, in einem Backpacker der im alten Gefaengnis der Stadt stationiert ist. Ich selber fahre auf direktem Weg ab in den Sueden.

Nach langer Fahrt und 512MB MP3s durchgehoert und mitgegroelt, komme ich spaeten Nachmittags in Wellington an, die Hauptstadt Neuseelands, wo auch die Faehre zur Suedinsel nach Picton uebersetzt. Diese geht aber um 1 nachmittags, also ist eine Uebernachtung hier irgendwo unausweichlich. Ich fahre also direkt ins Zentrum hinein, und kreuze hier ein bisschen herum. Lustig, eine Stadt aus dem Auto aus anzuschauen, indem du einfach darin herumfaehrst. Du darfst dich dabei halt auf keinen Fall vom Verkehr stressen lassen, und einfach zurueckhupen! :-)

Nach einer Stunde finde ich eine Strasse im Zentrum, und einen freien Parkplatz, wo ich meinen alten weissen Toyota Kombi zwischen die Porsche hineinstelle, und mit meiner seit Abreise ungewaschenen Hose neben den Anzugtraegern wegspatziere.

Ich hau mich in ein Pub, und wundere mich, dass der Kellner nicht kommt, wo ich ihn grad vorher gefragt habe, ob hier frei ist. Ich seh ihn drin sitzen, schuettel den Kopf, und geh wieder. Hau ich mich ins MollyMalone, das kenn ich schon (Reim-Time). Total nobel, mit Tuersteher und so, setz ich mich an den Tisch und warte wieder vergebens. Musst du dir vorstellen, die Briten habens nicht so mit dem Bedienen. Sind wohl ein bisschen zu nobel dafuer oda so. Also kein Kellner-Verkehr nirgends, und ich hol mir die Verpflegung an der Bar.

Komme ich zum Auto zurueck, musste ich feststellen, dass so eine Neuseelaendische Matrone in Uniform gerade meine Autonummer ins Kastl tippt. Da die Parkgebuehren auf jeden Fall bezahlt waren, war ich mir sicher, dass es sich um einen Irrtum handelt, und fragte sich freundlich, wo das Problem ist. Tja, das Problem war der Schriftzug "24h Tow-Away" an einem 5m entfernten alten Garagen-Tor. Und KEIN einziger Hinweis am Parkplatz selber, der hat ausgeschaut wie jeder andere. Und die Tante hat den Schlepper schon gerufen, also alles zu bezahlen, 110 Dollar, und nichts mehr zu machen. Hab gar nicht gewusst, dass ich auf englisch so gut fluchen kann ... :-) Tja man lernt so einiges.

Ich entscheide mich daher, ein bisschen Geld zu sparen, und campe in meinem Kombi in irgendeinem Vorort, voller Schleim auf diese @#*$^% Stadt.

Am naechsten Morgen sollte alles besser werden, ich bin als einer der ersten am Hafen, und checke die Faehre. Zwei laessige Bayern laden mich zum Fruehstueck in ihrem Camper ein, und es wird ein gaudiger Vormittag, wo wir auch noch ein bisschen durch Wellington streifen.