90 Mile Beach
Nach einer recht kalten Nacht an diesem verlassenen Strand breche ich mein Zelt recht flott ab, und fahre die Schotter- strasse zurueck zu der Kreuzung, wo die Strasse zum Te Paki Stream und weiter zum Strand hinunter fuehrt. Am Parkplatz angekommen, muss ich leider feststellen, dass der letzte Kilometer nicht _entlang_ des Flusses fuehrt, sondern _im_ Fluss. Dieser ist zwar nur 20cm tief, an den tieferen Stellen, aber wenn ich mit meiner Karre auch nur einmal kurz stehen bleiben muss (zB riesiger Doppeldecker-Tourbus kommt entgegen), hab ich ein Problem. Ausserdem ist im Lonely Planet von "Treibsand" die Rede ... :-)Der vernuenftige Stefan entscheidet sich also vorerst fuer die Strasse zurueck.
Aber ungefaehr bei der Haelfte der Strecke hatte ich gestern noch ein Schild gesehn, wo du auch zum Strand kommst. 45 Miles Sandpiste, reicht. Ich nehme also diesen Weg, er fuehrt auf einer argen Schotterstrasse durch einen Wald hinunter. Ich bin komplett allein weit und breit, echt ein lustiges Gefuehl. Kurz bevor du direkt am Strand bist, ist der Sand ein wenig locker, aber mit Schwung geht das.
Und nun steh ich hier, auf diesem extrageilen Strand, nur mein Toyota, ich, und die Brandung.Und das Fahren dort ist so gewaltig, das glaubst du nicht. Stell dir vor: Du sitzt in einem Auto (das nicht dir gehoert ;-)), und faehrst mit so 100 Sachen ueber die mindestens 80 Meter breite, harte, komplett flache Sandpiste. Du fliegst da regelrecht dahin, und die feinen Sandduenen, die das Wasser beim zurueckgehn in die Ebbe zurueckgelassen hat, machen dein Gefaehrt ein wenig auf und ab und hin und her schwebend. Und du schaust aus deinem Fenster und siehst Wellen dir entgegenschlagen, der Wind weht dir manchmal ein bisschen salziges Spruehwasser durchs offene Fenster. Und das eine halbe Stunde lang. Manchmal schiesst du durch einen kleinen ins Meer rinnenden Wasserlauf, dass es nur so spritzt.
Ich bin auf der ganzen Strecke vielleicht 3 Autos begegnet, einer davon ein Police-Jeep. Aber es ist ja vom Gesetz her absolut nicht verboten hier zu fahren, es ist nur auf eigenes Risiko. Wahrscheinlich fahren die hier jeden Tag durch, um "Abgesoffene" zu bergen. Aber so bloed kannst du dich normalerweise gar nicht auffuehrn, dass du hier haengen bleibst. Musst du schon geradeaus ins Meer fahren. Oder jemand hat dich mit den Gezeiten reingelegt :-). Weiss ja nicht, wie die Leute so Autofahren, aber wenn ich mir so manche Touristen auf den verschneiten Oschttiroler Bergstrassen anschaue, kann das vielleicht doch sein ...
Das einzige _moegliche_ Problem ist der Weg zu und vom Strand, aber so wie immer, mit ein bisschen Geschwindigkeit geht das. Und schon bist du wieder auf Asphalt unterwegs, und der Zauber ist vorbei.
Umdrehn, nocheinmal? :-)

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